Tierchirurgie

Kreuzbandriss, TTA

 
 
Eine der häufigsten, chronischen Lahmheitsursachen beim Hund ist ein gerissenes vorderes Kreuzband. Das vordere Kreuzband ist eine wichtige stabilisierende Struktur im Kniegelenk, welche vor allem ein Nachvornegleiten des Schienbeins relativ zum Oberschenkelknochen verhindert. Reisst das Band, kommt es zum so genannten Schubladenphänomen und das Kniegelenk wird instabil.
 
 

 

Anatomie normales Kniegelenk / © Novartis Animal Health

Rupturiertes vorderes Kreuzband / © Novartis Animal Health
 
Im Gegensatz zum Menschen, bei dem das Kreuzband vor allem bei Unfällen durch eine äussere Krafteinwirkung reisst, spricht man bei Hunden eher von einer Kreuzbanderkrankung. Verschiedene Faktoren wie Übergewicht, anatomische Besonderheiten und Rassenprädispositionen begünstigen die Entstehung einer Kreuzbanderkrankung. Typischerweise entstehen zuerst Überdehnungen und Anrisse im Kreuzband, welche zu einer Gelenksentzündung (Arthritis) und daraus resultierenden Schmerzen führen. Die Hunde hinken mit dem betroffenen Bein für einige Zeit und die Symptome verschwinden wieder, bis zur nächsten Verletzung. Diese intermittiernde Lahmheit kann sich über einige Monate hinziehen, bis das Kreuzband vollständig reisst und die Hunde das Bein nicht mehr belasten können. Hunde ab circa 10 kg Körpergewicht mit einem vollständigen Kreuzbandriss müssen anatomiebedingt meist operiert werden im Gegensatz zum Menschen, bei dem diese Erkrankung häufig konservativ behandelt werden kann. Optimalerweise wird die Kreuzbanderkrankung frühzeitig diagnostiziert und behandelt, bevor eine vollständige Ruptur entsteht, da dadurch Folgeschäden wie Einklemmungen und Risse der Menisken weitgehend vermieden werden können. Des Weiteren kann die Entwicklung einer Arthrose etwas gebremst werden.
 
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